Wir sind
Oberösterreich

Gunther & Sarah

Vor fünf Jahren lernte Gunther Trübswasser Sarah Kotopulos kennen. Sie übernahm die Geschäftsführung bei SOS-Menschenrechte, er war Obmann. So entstand eine Zusammenarbeit einer jungen Sozialarbeiterin aus der Steiermark mit Schwerpunkt interkulturelle Kompetenz und einem Menschenrechtler aus einer Familie mit Fluchterfahrung. Die eine, die ihre Fühler in die Welt ausstreckt, seit 10 Jahren ein Integrationsprojekt in Ghana betreut und voller Tatendrang und Empathie ist. Der andere, noch im Weltkrieg geboren, mit Fluchtgeschichten groß geworden und auf der Suche nach Bodenhaftung.

Gunther Trübswasser war 10 Monate alt, als seine Eltern – ein deutscher Vater und eine tschechische Mutter – kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ihr Zuhause in Brünn/Brno verlassen mussten und nach Österreich flohen. Heute würde er meinen, dass er eine schöne Kindheit hatte, obwohl sie ärmlich war. Onkeln und Tanten lebten verstreut über halb Europa und hinter dem Eisernen Vorhang. Mit 4 Jahren erkrankte er an Kinderlähmung.

Seine Heimat war Aschach, die seiner Eltern woanders. Die aufkommende antitschechische Stimmung in der oberösterreichischen Nachbarschaftspolitik empfand er als persönlichen Angriff. All das und sein Leben im Rollstuhl ließen ihn zum Kämpfer gegen Diskriminierungen und für Menschenrechte werden.

Zwischen Sarah und Gunther liegen zwei Generationen, zwischen ihren Geburtsorten 300 km und der Ort ihres Schaffens und ihres Erfolgs ist das Haus der Menschenrechte in Linz. Mag sein, dass alles nicht so geplant war, dass das Modell in keinem Lehrbuch für Integration steht und dass es keine „typischen“ Lebensläufe sind, die sich hier anscheinend erfolgreich kreuzten. Aber so ist eben das Leben, wenn man es ohne Vorurteile zulässt.